Portrait

Shonishin – Die japanische Kinderakupunktur

Heute möchte ich Ihnen eine speziell für die Kinder entwickelte Behandlungsmethode vorstellen. Shonishin (jap. shoni – Kleinkind; shin – Akupunkturnadel) ist eine in Japan entwickelte nicht invasive Nadelakupunkturmethode, d.h. bei der Shonishin-Behandlung wird nicht mit Hilfe einer Akupunkturnadel gestochen. Es wird nicht mit Nadeln gearbeitet, vielmehr kommen verschiedenartige Instrumente zum Einsatz, welche die Haut nicht verletzen.

Dies geschieht mittels Streich-, Druck, Vibrations- und Klopftechniken an bestimmten Köperzonen, Meridianabschnitten und Akupunkturpunkten. Kinder empfinden diese Behandlung als sehr angenehm, sie sprechen von einer STREICHELBEHANDLUNG.

Behandelt werden Babys, Kleinkinder, Kindergarten-, und Schulkinder. Da bei der Shonishin-Behandlung nicht mit Nadeln gestochen wird, stellt diese Methode auch eine Alternativtherapie für Erwachsene mit Nadelangst dar. Ebenso kommt Shonishin sensiblen Erwachsenen, die auf den Reiz eines Nadelstiches bei der Akupunkturbehandlung überreagieren, sehr entgegen.

Woher genau Shonishin kommt ist jedoch ungewiss. Sicher ist, dass es in Japan berühmte Familien gab, welche Shonishin praktizierten. So etablierten sich verschiedene Shonishin-Schulen, welche aber die Kunst der Shonishin-Behandlung unter Geheimhaltung nur von Vater zu Kind weitergegaben. Heute gibt es in Japan vier bekannte Shonishin-Schulen, wobei die Daishi-Hara-Schule die grösste in Japan ist. Die Daishi-Hari-Schule besteht in dritter Generation und ist die zurzeit in Japan bekannteste und grösste Shonishin-Schule. Ausserhalb Japans wird die Daishi-Hari-Schule von zwei Lehrern vertreten, in den USA durch den Akupunkteur Koei Kuwahra (Boston) und in Europa durch den Arzt und Akupunkteur Thomas Wernicke (Hochheim), bei welchem ich persönlich die Ausbildung in vollen Zügen geniessen durfte. Der Bekanntheitsgrad dieser Schule liegt unter anderem darin, dass ihr Vertreter, Masanori Tanioka, die Tradition der sonst üblichen Geheimhaltung von Familieninternen wissen nicht weiterführt, weil ihm das Wohl der Kinder wichtiger ist als jegliches Ansehen.

Tanioka-sensei sagt:

„Im Shonishin geht es darum, den Kindern ihr Lachen wieder zurückzugeben“
 

Wie funktioniert nun Shonishin?

Im Daishi-Hari-Shonishin wird, anders als in anderen Schulen, ausschliesslich mit nur einem Instrument behandelt. Diese Daishi-Nadel, einem Nagel nicht unähnlich, wird dazu verwendet, um mit verschiedenen Streichtechniken, unterschiedlichen Klopftechniken und Vibrationstechniken eine sanfte Stimulation an bestimmten Körperregionen auszuüben. Wie auch in der klassischen Akupunktur besteht das Behandlungsziel darin, das Qi (die Lebensenergie) zu harmonisieren.

Welche Störungen oder Krankheiten lassen sich mit Shonishin behandeln?

Säuglinge:

Drei-Monats-Koliken, Verdauungsprobleme, Koliken, Trinkschwäche, motorische Unruhe, Entwicklungsverzögerung, Schreibaby, Säuglingsassymetrie (sog. KISS-Syndrom)

Kleinkinder:

Infektanfälligkeit, rezidivierende Bronchitis, Schlafstörung, nächtliche Angstzustände, Entwicklungsauffälligkeit/- störung, Ekzem

Kindergartenkinder:

Infektanfälligkeit, Verhaltensauffälligkeit, Ängstlichkeit, Asthma bronchiale, Neurodermitis, Allergie, Dauerschnupfen, motorische Auffälligkeit, Tic, emotionale Unausgeglichenheit, Schlafstörungen

Schulalter:

Schlafstörungen, Hyperaktivität, Bettnässen, Allergie, Asthma, ADS/ADHS, Infektanfälligkeit, Schulkopfschmerz

Wie lange und wie oft wird behandelt?

Die reine Behandlungszeit beträgt bei Säuglingen weniger als fünf Minuten und steigert sich mit zunehmendem Alter auf acht bis zehn Minuten bei grossen Kindern und Erwachsenen. Bei akuten Beschwerden wird Shonishin in der Regel ein- bis zweimal pro Woche, in seltenen Fällen auch täglich durchgeführt. Kinder mit chronischer Erkrankung werden einmal wöchentlich, bzw. alle zwei Wochen behandelt.

Bei Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Ich wünsche Ihnen eine angenehme Zeit und viel Freude und Liebe mit Ihren Kleinsten!

Ihr TCM Therapeut Michael Kress

zurück